„Barry“ – Staffel 1

Derzeit beherrscht mal wieder Game of Thrones die Serienwelt und auch ich warte gespannt Woche für Woche darauf, wie sie ausgehen wird. Da ich aus diesem Anlass momentan über das Sky Ticket verfüge, habe ich mir gedacht auch auf weitere Serien einen Blick zu werfen.

Als riesiger „Dexter“-Fan blieb ich da schnell bei der Serie „Barry“ hängen: Hier geht es ebenfalls um einen eiskalten Killer – gespielt von Bill Hader der witzigerweise auch äußerliche Ähnlichkeiten mit Michael C. Hall hat – der nach einem Platz in der Gesellschaft sucht und durch einen Mordauftrag in einem Theater-Kurs in Los Angeles landet, in dem er seine neue Erfüllung und Leidenschaft für das Schauspiel entdeckt. Schließlich möchte er seine Karriere als Hitman an den Nagel hängen, was wie zu erwarten Schwierigkeiten mit sich bringt und hat prompt die tschetschenische Mafia am Hals, als es zu Komplikationen mit seinem ursprünglichen und eigentlich letzten Auftrag kommt.

Die Fakten

IdeeBill Hader, Alec Berg
GenreDramedy, Schwarze Komödie, Crime
Staffel2 Staffeln
Folgenanzahl16 Folgen
Folgenlängeca. 30 Min.
ProduktionUSA 2018
PlattformHBO/Sky Atlantic

Spoilerfreie Review

Mit nur 8 Episoden, die jeweils ca. 30 Minuten dauern, kann man die erste Staffel bequem weggucken. Hinter der Serie steht ganz besonders ein Mann: Bill Hader. Der Komiker hatte die Idee und spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch das Drehbuch geschrieben und zu den ersten drei Episoden selbst Regie geführt. Ko-Autor Alec Berg übernahm diese Tätigkeit für die beiden finalen, während Maggie Carey die 4. und Hiro Murai die übergebliebenen zwei Folgen bekam. Letzteren kennt man besonders aus seiner Zusammenarbeit mit Donald Glover (Childish Gambino), mit dem er nicht nur zahlreiche Musikvideos drehte (wie zu „This Is America“), sondern auch zu 14 Folgen von Glovers Serie „Atlanta“ auf dem Regiestuhl Platz nahm.

Doch nun zu „Barry“: Anfangs wiegen die Comedy-Elemente noch etwas schwerer, die sind stets schön subtil verpackt und passen wunderbar zur Serie. Highlight ist definitiv Hauptdarsteller Bill Hader, der sehr gut den unbeholfenen, sozial unfähigen Barry verkörpert und im nächsten Moment ein kompromissloser Mörder ist. Aus diesem Kontrast entsteht auch die Komik und sie vergisst dabei auch nicht, moralische Fragen aufzuwerfen, denn Barry, der als sehr einfach gestrickter Mensch skizziert wird und seine Fertigkeiten als Soldat im Afghanistan erlernte, beginnt seine Tätigkeit allmählich zu hinterfragen.

Dabei bricht die Serie immer wieder mit Klischees, die sie komplett über Bord schmeißt. So werden z.B. Mafia-Mitglieder sogar teils kindisch dargestellt, die bloß ihren Spaß wollen und begeistert über ihre Gangster-Aktivitäten reden wie Marvel-Fanboys über den nächsten Superhelden-Film. Auch die Klischees eines coolen Profi-Killers werden auf die Schippe genommen, so stellt die Serie auch Szenen heraus, in denen Barry sich in ziemlich unbeeindruckenden und erbärmlichen Situationen wiederfindet. Auch die Theater- und Filmbranche kommt hier nicht zu kurz und wird ordentlich aufs Korn genommen.

Später in der Serie werden immer mehr ernstere Töne getroffen, hier und da kommt dann auch mal Spannung auf. Dabei kristallisiert sich ein weiteres Highlight heraus: der Schauspiellehrer Mr. Cousineau, den man in sein Herz aufnimmt und für einige Comedy-Einlagen sorgt. Wer mir hingegen mit der Zeit immer mehr auf die Nerven ging war leider Barry’s Love-Interest Sally, deren Verhalten an manchen Stellen schon fast unerträglich ist.

Der Höhepunkt sind definitiv die finalen Episoden, die auf ein klimaktisches Ende hinauslaufen, dass zwar als abgeschlossen funktionieren könnte, aber zu einem bestimmten Gesichtspunkt auch Lust auf mehr gibt und daher bin ich schon gespannt auf die neue Staffel, die ganz aktuell anläuft.

Fazit

Alles in allem ist „Barry“ eine weitere gelungene HBO-Serie, die zu unterhalten weiß und irgendwie ihren ganz eigenen Ton trifft. Fans von „Dexter“ oder gar „Léon – Der Profi“ könnten hier auf ihre Kosten kommen und Gefallen am anderen Ansatz finden, den „Barry“ wählt um die Geschichte eines Profi-Killers zu erzählen.
Die Serie konnte zwar nicht ganz zu mir vordringen, aber sie ist von Grund auf sympathisch, kurzweilig und allein dadurch einen Blick wert.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkten (mit klarer Tendenz nach oben)

Trailer

4 Kommentare zu „„Barry“ – Staffel 1

Gib deinen ab

    1. Wie gesagt, ist auch sehr kurzweilig, von daher kann man definitiv mal einen Blick reinwerfen 🙂 würde auch behaupten, dass man nach der ersten Episode merkt, ob es was für einen ist oder nicht

      Gefällt mir

      1. Wenn ich die 2. Folge anfange, kann es nicht ganz so schlecht sein 😉
        Ich weiß schon nach einer Folge, ob mich etwas mitreisst oder nicht. Den Pilot werde ich mir demnächst mal antun 🙂

        Gefällt 1 Person

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