Mediatheken-Tipps zum Sonntag: „Das wandelnde Schloss“ und „Like Father, Like Son“

ProSieben Maxx-Mediathek:

©Universum/Buena Vista

Das wandelnde Schloss
OT: Howl’s Moving Castle
Regie: Hayao Miyazaki
Produktion: Japan, 2004
Länge: 119 Min.
Genre: Animation, Adventure, Fantasy
Inhalt: Nachdem ein unsicheres Mädchen durch einen Fluch in eine alte Frau verwandelt wird, sucht sie im wandelnden Schloss des jungen Magiers Hauro nach einer Chance, ihn zu brechen.
Trailer ENTrailer GER

Review:

Auch dieser Miyazaki-Film sieht einfach mal wieder bezaubernd schön aus! Gefüllt mit Magie, hat er zwar leider die ein oder anderen Pacing-Probleme und fühlt sich nicht ganz rund an, auch was die Story angeht und ist nicht sein bester, aber definitiv genug um sich dennoch wieder von ihm verzaubern zu lassen.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkten

Viel mehr Worte muss man zu seinen Filmen auch gar nicht mehr verlieren, „Das wandelnde Schloss“ ist aktuell noch einige Tage kostenlos in der Mediathek von ProSieben Maxx abrufbar. Als weiteren Tipp möchte ich noch auf den Weg geben, dass diesen Freitag um 20h15 „Chihiro’s Reise ins Zauberland“ auf dem Sender läuft und danach sicherlich auch in der Mediathek zu finden sein dürfte.

3sat-Mediathek:

©Film Kino Text

Like Father, Like Son
Regie: Hirokazu Kore-eda
Cast: Masaharu Fukuyama, Machiko Ono, Yoko Maki, Lily Franky
Produktion: Japan, 2013
Länge: 120 Min.
Genre: Drama
Inhalt: Ryota ist ein erfolgreicher, ehrgeiziger Businessmann und erfährt, dass sein biologischer Sohn nach der Geburt mit einem anderen Baby getauscht wurde und steht nun vor der Entscheidung zwischen seinem echten Sohn und dem Jungen, den er und seine Frau sechs Jahre lang aufgezogen haben.
Trailer GER

Review:

In der letzten Festival-Saison war Hirokazu Kore-eda mit seinem Film „Shoplifters“ in aller Munde, der nicht zuletzt auch bei den Oscars als bester fremdsprachiger Film nominiert war. In Cannes gab es dafür sogar die Goldene Palme. Aber dass dieser Mann keine Eintagsfliege ist, zeigt seine Filmographie, denn mit „Like Father, Like Son“ war er 2013 bereits im Rennen für die Goldene Palme, am Ende musste er sich aber „nur“ mit dem Preis der Jury vergnügen.

Genug Trivia-Wissen und hinein in den Film, denn dieser ist ein gutes Beispiel für das Talent des Regisseurs. Seine Inszenierung bleibt stets ruhig und unaufgeregt und so zeigt er auch viel Gespür für die behutsame Charakterisierung seiner Figuren. Scheinbar hat er auch ein gutes Händchen in der Auswahl seiner Schauspieler, denn da ist einer besser als der andere. Highlight für mich ist da Lily Franky, der einen liebenswürdigen und einfachen Familienvater abgibt, den man sofort in sein Herz schließt. Dazu kommen die beiden Mütter, die ebenfalls einen tollen Job machen, und die Jung-Darsteller, wo besonders der junge Keita eine herzzerbrechende Figur abgibt.

Nicht zu vernachlässigen ist aber der eigentliche Hauptdarsteller: Der vermögende und ehrgeizige Vater, der gute Arbeit dabei leistet, zunächst extrem unsympathisch rüberzukommen und im Laufe des Films eine 180 Grad Wende zu machen. An ihm erkennt man auch sehr stark, wie gefühlvoll und subtil das Drehbuch gestaltet ist und worum es in dem Film wirklich geht. Denn auch wenn man zwei Familien sieht, die in komplett unterschiedlichen Milieus skizziert werden und es auch übliche Konfrontationen von Arm gegen Reich bzw. untere gegen mittlere-wohlhabende Schicht gibt, geht es gar nicht zu sehr darum. Es geht eben viel mehr um die krasse Charakterentwicklung, die die Hauptfigur durchmacht, ohne dass sie einem zu sehr auf die Nase gebunden wird.

Meine Wertung: 8 von 10 Punkten

„Like Father, Like Son“ ist aktuell noch 5 Tage kostenlos in der Mediathek von 3sat abrufbar.

7 Kommentare zu „Mediatheken-Tipps zum Sonntag: „Das wandelnde Schloss“ und „Like Father, Like Son“

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  1. Like Father Like Son habe ich mir auf meinem Festplattenreciever programmiert, da ich den Film unbedingt für die große Filmreise Challenge nutzen möchte. Werde ihn mir in Kürze auch ansehen. 🙂

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      1. Mal eine Frage zum Inhalt.
        Hast du das auch so verstanden, dass der wohlhabende Vater als Kind selbst adoptiert war oder zumindest nicht bei seinen leiblichen Eltern aufgewachsen ist?

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      2. Darüber hab ich mir ehrlich gesagt gar keine Gedanken gemacht oder ist mir nicht so aufgefallen. Ich habe aber auch das Gefühl, dass das gar nicht so relevant ist, sondern viel mehr die Positionen seiner Eltern. Schließlich hat sich gezeigt, dass er sehr seinem Vater ähnelt, der ihn scheinbar ebenfalls sehr streng erzogen hat und ihm ausdrücklich sagt, dass wie bei Pferden die Blutlinie entscheidend ist. Und seine Mutter war das ja glaube ich die im Laufe des Films die Gegenposition dazu einnimmt und ihm vermittelt, dass die gemeinsame Zeit mit dem Kind entscheidend ist.
        Mir ist auch aufgefallen, dass der wohlhabende Vater mit seinen Eltern sehr förmlich und distanziert spricht, aber ich habe es davon abgeleitet, dass er so erzogen wurde und mit seinem Vater zusammenhängt, und andererseits dass es auch einfach ein ganz anderer Kulturkreis ist, wo die vielleicht auch einfach so mit einander umgehen, kann ja sein 😀 dafür kenne ich Japan zu schlecht

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      3. Ich bin mir auch nicht sicher. Es gab aber drei Stellen im Film, die mich stutzig gemacht haben.

        1. Sagt die Mutter (also die Oma) an einer Stelle, dass die Blutlinie das eine ist. Aber wenn man Zeit mit dem Kind verbringt, stellt man eine Verbindung her. Auch wenn es nicht die leiblichen Kinder sind. Zumindest sei es ihr so mit ihren zwei Jungs gegangen. Das heißt mindestens einer der Brüder müsste demnach nicht ihr eigenes sein.

        2. Der Architekt weigert sich wie wir vom Bruder erfahren nachdrücklich die Mutter mit „Mutter“ anzusprechen.

        3. Zu seiner Frau sagt er gegen Ende des Films er sei auch von zuhause weggelaufen, weil er zu seiner Mutter wollte. Aber sein Vater hätte ihn sofort zurück geholt.

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