„Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ – Review

Überblick

Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit
OT: At Eternity’s Gate
Regie: Julian Schnabel
Cast: Willem Dafoe, Oscar Isaac, Rupert Friend
Produktion: USA/Frankreich 2018
Länge: 111 Min.
Genre: Biografie, Drama
Inhalt: Der geplagte Künstler Vincent van Gogh verbringt seine letzten Jahre in Arles und Auvers-sur-Oise, Frankreich, wo er Meisterwerke von der Natur um sich herum malt.
Trailer ENTrailer GER

Willem Dafoe spielt als 63-Jähriger den 37 Jahre alten Vincent van Gogh und wird prompt für einen Oscar nominiert.
©DCM

Jetzt im Kino!

„I can make people feel what it’s like to be alive.“

Review

At Eternity’s Gate, der im Deutschen mal wieder eine unnötige Übersetzung findet, nimmt die wahnwitzige Perspektive von Vincent van Gogh, einem ausgestoßenen und missverstandenen Außenseiter, der seiner Zeit weit voraus war, während seiner letzten Lebensjahre ein.

Dafür sorgt bereits die ganz spezielle Kameraarbeit, die viel mit Shaky-Cam und Point of View arbeitet. Sie liefert einzigartige Bilder, spielt viel mit Tiefenunschärfe und erzeugt so eine verträumte, verdrehte und manchmal auch wahnsinnige Sicht auf die Dinge.

Im Prinzip ist hier das Medium Film bloß Mittel zum Zweck: nämlich um in den Kopf eines der faszinierendsten Künstler zu gelangen. Mit den Konventionen einer filmischen Erzählung hat dies nicht mehr viel zu tun und auch das schwammige Drehbuch lässt einige Sachen offen. Viele Szenenumbrüche sind abrupt und teilweise konfus, Figuren und Handlungsstränge werden kaum ausgearbeitet (so wird z.B. van Goghs Verhältnis zu Gauguin einfach so vorausgesetzt). Hierauf muss man sich definitiv erst einmal einlassen und Sitzfleisch mitbringen, daher werden auch einige Zuschauer ihn wohl überhaupt nicht mögen.

Umso mehr wird er aber denjenigen gefallen, bei denen es direkt Klick macht, so wie bei mir. Mit seiner ganz eigenartigen Schönheit hat der Film auf mich eine große Sogwirkung entfaltet und die fehlende Narrative sorgt schließlich dafür, dass man ein besseres Gefühl für die chaotische Psyche von van Gogh bekommt. Selbst ich als Kunstbanause mit gar keinen Berührungspunkten zu den Figuren, deren Werke oder Geschichte habe fasziniert das Innenleben von ihm verfolgt. Da fallen dann auch mal Sätze, die einen mitten ins Herz treffen.

„Maybe god made me a painter for people who aren’t born yet“

Am Ende überwiegen für mich die wunderschönen Aufnahmen, gepaart mit der passionierten und überzeugenden Darstellung von Willem Dafoe, die die Komplexität und Einzigartigkeit eines Vincent van Goghs auf die Kinoleinwand abbilden und ihn so sehenswert machen.

Meine Wertung: 8 von 10 Punkten

Meine Highlight-Tags: #WillemDafoe #Passion #Inspiration


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4 Kommentare zu „„Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ – Review

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    1. Da mir die Berührungspunkte fehlten habe ich Loving Vincent nie geschaut aus mangelndem Interesse. At Eternity’s Gate hat es jetzt geschafft, in mir viel mehr Interesse zu entwickeln 🙂 Ich finde Eternity’s Gate echt faszinierend, bin aber echt vorsichtig mit einer Empfehlung da er auch schnell für die meisten sehr öde werden kann. Definitiv ein extrem unkonventioneller und sehr „arthouse“-iger Film. Aber allein Willem Dafoe ist die Wucht.

      Gefällt 1 Person

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