„Vice“ – Review

Übersicht

Vice
Regie: Adam McKay
Cast: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell
Produktion: USA 2018
Länge: 132 Min.
Genre: Satire, Biografie
Inhalt: Die Geschichte von Dick Cheney, Vize-Präsident unter George W. Bush, dessen Handlungen bis heute noch Auswirkungen haben.
Trailer ENTrailer GER

Christian Bale in seiner oscarnominierten Rolle. ©Annapurna Pictures

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Review

Regisseur Adam McKay rechnet scharf mit dem ehemaligen Vizepräsidenten ab. Das ist auch richtig so, doch hier und da drückt er dem Zuschauer seine Meinung und Aussage zu sehr auf. Er lässt kaum Spielraum, sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen zu können. Stattdessen verliert er sich ein wenig in seiner Verspieltheit und ist mir im Endeffekt zu eindimensional.

Cheneys Motive werden kaum herausgearbeitet, er wird allein verantwortlich für alles gemacht und was besonders schade ist, ist dass seine Kollegen um George W. Bush und Donald Rumsfield viel zu glimpflich davon kommen. Sie wirken viel mehr als eine Karikatur ihrer selbst und sind einfach nur kopflose Marionetten, ab und zu gut für hirnlose Sprüche. Vielleicht waren sie ja in Wirklichkeit auch so, dennoch werde ich eher skeptisch, wenn man sich überlegt, dass sie mächtig und clever genug dazu waren an solch hohe Positionen zu kommen.

Es wirkt alles schon sehr überzeichnet und bieten mir am Ende dann doch zu wenig Tiefe. Ein schlechtes Bild von den Herren hatte ich auch eh schon, da hat mir der Film nun auch nicht mehr gegeben. Letztendlich wirkt es so, als würde sich Adam McKay etwas zu sehr selbst abfeiern.
Womit wir zur Bewertung der Form kommen, denn da macht sich Letzteres ebenfalls bemerkbar. Der Film ist schlichtweg überladen mit Symbolik und Spielereien. Etwas weniger davon hätte ihm wirklich gut getan, denn so wird er auf Dauer dann schon recht anstrengend.
Das klingt alles sehr negativ, trotzdem schneidet der Film letztlich aber nicht all zu schlecht ab und ich erkläre warum:

Am Ende des Tages gibt mir der Film zwar leider nicht so viel mit auf den Weg wie er könnte. Dennoch ist ihm sein Mut hoch anzurechnen, denn er steckt voller kreativer Ideen. Hinzu kommt ein grandioser Schnitt und das absolute Highlight des Films, der Cast, die ihn zumindest aus diesen Gründen sehenswert machen.

Allen voran Verwandlungskünstler Christian Bale geht in der Rolle komplett auf, sein Schauspiel ist meisterhaft. Steve Carell ist ebenfalls fabelhaft, wohingegen Sam Rockwell fast schon blass aber natürlich auch nicht verkehrt ist und Amy Adams liefert ab wie immer.

Ein Film, der sein Potential nicht voll ausschöpft und hinter seinen Möglichkeiten bleibt, dennoch stets unterhaltsam ist, auf Grund seiner filmischen Mittel die er einsetzt. Er sorgt für einige kreativen Szenen und mir gefällt immerhin die Pointe, auf die der letzte Satz aus ist.

Meine Wertung: 6 von 10 Punkten

Meine Highlight-Tags: #AdamMcKay #ChristianBale #Editing #Satire


Diesen Film inhaltlich zu bewerten fiel mir schwer, besonders auf Grund meines jungen Alters. Während der Ereignisse die der Film thematisiert war ich also entweder noch nicht auf der Welt oder noch ein Kind. Trotzdem habe ich mein Bestes gegeben, mir darüber kritisch eine Meinung zu bilden.
Schreibt mir eure Meinungen gerne in die Kommentare und diskutiert mit mir.

Hier findet ihr außerdem diese Kritik auf meinem Letterboxd-Account.

2 Kommentare zu „„Vice“ – Review

Gib deinen ab

  1. Für mich der beste Film, den ich bisher dieses Jahr gesehen habe.
    Was die Eindimensionalität betrifft: Ja, McKay hat eine klar erkennbare Agende, keine Frage. Ich finde es aber entscheidend, dass er immer wieder diese kleinen Stilbrüche einbaut, die klarmachen, dass das hier nur ein Film ist, und die den Zuschauer immer wieder aus dem Fluss reißen und zum Nachdenken anregen. Für mich ganz große Kunst.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich kann es auch absolut verstehen. Ich wünschte bei dem Film, dass er mir so viel mehr gefallen würde, denn er hat filmisch wirklich vieles zu bieten. Leider haben die Stilbrüche bei mir genau die umgekehrte Wirkung: Sie zeigen mir, dass das hier nur ein Film ist, aber ich wünschte er würde mehr die Brücke zur Realität schlagen, dann hätte das Grauen eine größere Wirkung. Mir war das dann am Ende zu viel. Ich habe ihn mir sogar zweimal angesehen, beim ersten Schauen konnte ich gar nicht alles erfassen. Ich finde die ein oder andere ausgesparte Pointe hätte dem Film ganz gut getan, so hat er für mich ab und zu ein wenig den Fokus verloren. Aber naja, ich war trotzdem nicht abgeneigt von ihm, den sollte man definitiv mal gesehen haben. Habe mich aber auch schon mit The Big Short schwer getan, der war in meinen Augen aber noch etwas mehr in sich geschlossener.
      Aber ich finds super wenn ein Film wie „Vice“ seine Fans findet. Sowas brauch das Kino einfach!

      Gefällt 1 Person

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